Speisekartoffelerzeugung im Organischen Landbau - Einfluß von Sorte und Rottemistdüngung auf Ertragsbildung und Knolleninhaltsstoffe
Daniel Neuhoff
Kurzfassung

In den Jahren 1995-1997 wurden an zwei Standorten Feldversuche mit Speisekartoffeln unter den Anbaubedingungen des Organischen Landbaus durchgeführt. Ziel der Untersuchungen war es, zu überprüfen, inwieweit sich der Ertrag und die Knollenqualität durch Variation der Anbaufaktoren

  • Düngungshöhe (Rottemistgaben von 0 bis 240 kg Gesamt-N je ha),
  • Düngungsart (organisch bzw. biologisch-dynamisch) und
  • Sorte (Agria, Granola, Nicola, Provento) optimieren lassen.

Wichtige Kenngrößen des Krautwachstums, des Knollenertrages und der Knollenqualität wurden ermittelt und einer varianz- und korrelationsanalytischen Auswertung unterzogen.
Das Krautwachstum wurde durch gesteigerte Rottemistdüngung z.T. signifikant erhöht. Die Jahreswitterung übte einen starken Einfluß auf das Krautwachstum aus. Die Phosphor- und Kaliumgehalte von Blättern und Stengeln nahmen durch gesteigerte Rottemistdüngung z.T. signifikant zu, während sich die N-Gehalte nicht änderten. Eine ertragssteigernde Wirkung der Rottemistdüngung zeigte sich in vier von insgesamt sieben Versuchen. Am Standort Darmstadt nahm der Ertrag durch Rottemistdüngung deutlich zu, während am Standort Wiesengut nur in einem Versuch ein deutlicher Ertragszuwachs von der Rottemistdüngung ausging. Dieser erklärte sich nachweislich mit der Kaliumzufuhr durch Rottemist, die einen trockenheitsinduzierten K-Mangel verhinderte. Am stärksten wurde der Knollenertrag von der Jahreswitterung und der Sorte beeinflußt. Dabei erwies sich die durch Krautfäulebefall verursachte unterschiedliche lange Blattflächendauer als größte Streuungsursache. Beobachtete Sortenunterschiede im Ertrag erklärten sich maßgeblich durch deren unterschiedlichen Zeitpunkt des Knollenansatzes. Der Anteil mangelhafter Knollen wurde durch die Düngung nicht beeinflußt. Demgegenüber war dieser Parameter in hohem Maße standort- und jahresabhängig. Das untersuchte Knolleninhaltsstoffprofil wurde mit Ausnahme des Kaliumgehaltes der Knollen in höherem Maße von der Sorte bzw. dem Jahr als von der Düngung beeinflußt. Dennoch führte die Rottemistdüngung auch zu einer geringfügigen Verschlechterung des Knolleninhaltsstoffprofils.
Der aber im Vergleich zur mineralischen N-Düngung nur geringe qualitätsmindernde Effekt der Rottemistdüngung legt den Schluß nahe, daß die organische Düngung zu Kartoffeln vornehmlich ertrags- und nicht qualitätsorientiert erfolgen sollte. Eine Orientierung an der Kaliumaufnahme des Bestandes erwies sich dabei als sinnvolle Bemessungsgrundlage. Entscheidendes Strategieelement zur Sicherung von Ertrag und Knollenqualität ist die richtige Sortenwahl.

Dissertation: Daniel Neuhoff, Institut für Organischen Landbau, Universität Bonn