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In den Jahren 1995-1997 wurden an zwei Standorten Feldversuche mit Speisekartoffeln
unter den Anbaubedingungen des Organischen Landbaus durchgeführt.
Ziel der Untersuchungen war es, zu überprüfen, inwieweit sich
der Ertrag und die Knollenqualität durch Variation der Anbaufaktoren
- Düngungshöhe (Rottemistgaben von 0 bis 240 kg Gesamt-N
je ha),
- Düngungsart (organisch bzw. biologisch-dynamisch) und
- Sorte (Agria, Granola, Nicola, Provento) optimieren lassen.
Wichtige Kenngrößen des Krautwachstums, des Knollenertrages
und der Knollenqualität wurden ermittelt und einer varianz- und korrelationsanalytischen
Auswertung unterzogen.
Das Krautwachstum wurde durch gesteigerte Rottemistdüngung z.T. signifikant
erhöht. Die Jahreswitterung übte einen starken Einfluß
auf das Krautwachstum aus. Die Phosphor- und Kaliumgehalte von Blättern
und Stengeln nahmen durch gesteigerte Rottemistdüngung z.T. signifikant
zu, während sich die N-Gehalte nicht änderten. Eine ertragssteigernde
Wirkung der Rottemistdüngung zeigte sich in vier von insgesamt sieben
Versuchen. Am Standort Darmstadt nahm der Ertrag durch Rottemistdüngung
deutlich zu, während am Standort Wiesengut nur in einem Versuch ein
deutlicher Ertragszuwachs von der Rottemistdüngung ausging. Dieser
erklärte sich nachweislich mit der Kaliumzufuhr durch Rottemist,
die einen trockenheitsinduzierten K-Mangel verhinderte. Am stärksten
wurde der Knollenertrag von der Jahreswitterung und der Sorte beeinflußt.
Dabei erwies sich die durch Krautfäulebefall verursachte unterschiedliche
lange Blattflächendauer als größte Streuungsursache. Beobachtete
Sortenunterschiede im Ertrag erklärten sich maßgeblich durch
deren unterschiedlichen Zeitpunkt des Knollenansatzes. Der Anteil mangelhafter
Knollen wurde durch die Düngung nicht beeinflußt. Demgegenüber
war dieser Parameter in hohem Maße standort- und jahresabhängig.
Das untersuchte Knolleninhaltsstoffprofil wurde mit Ausnahme des Kaliumgehaltes
der Knollen in höherem Maße von der Sorte bzw. dem Jahr als
von der Düngung beeinflußt. Dennoch führte die Rottemistdüngung
auch zu einer geringfügigen Verschlechterung des Knolleninhaltsstoffprofils.
Der aber im Vergleich zur mineralischen N-Düngung nur geringe qualitätsmindernde
Effekt der Rottemistdüngung legt den Schluß nahe, daß
die organische Düngung zu Kartoffeln vornehmlich ertrags- und nicht
qualitätsorientiert erfolgen sollte. Eine Orientierung an der Kaliumaufnahme
des Bestandes erwies sich dabei als sinnvolle Bemessungsgrundlage. Entscheidendes
Strategieelement zur Sicherung von Ertrag und Knollenqualität ist
die richtige Sortenwahl.
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