IOL - Agrarumweltprogramm KULAP: Ökobilanz Allgäuer Grünlandbetriebe |
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Mit einer Ökobilanz von 18 Milchviehbetrieben im Allgäu wurde die landwirtschaftliche Umweltbelastung und Umweltleistung erfaßt. Die Betriebe wirtschaften entsprechend den drei Förderprogrammen "Intensiv", "Extensiviert" und "Ökologisch" des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms KULAP - einem Programm im Rahmen der Agrarumeltprogramme der Europäischen Union. Die Förderung der Intensivbetriebe erfolgt ohne nachweisliche Minderung der Umweltbelastung. Die extensivierten Betrieben weisen demgegenüber Vorteile in den Bereichen Energieverbrauch, Klima und Grundwasser. Die ökologisch wirtschaftenden Betriebe weisen auch in den im Allgäu zentralen Bereichen Gewässerqualität der Seen, Biotop- und Artenvielfalt sowie Landschaftsbild Vorteile auf. Dies wird aber nur mit einer geringfügig höheren Förderprämie honoriert. Mit den Agrar-Umweltprogrammen der EU werden landwirtschaftliche Betriebe für sog. Umweltleistungen gefördert. Dabei sind die gesamthafte Abschätzung und Bewertung von Umweltleistungen und Umweltbelastungen der Landwirtschaft nach wie vor ein viel diskutiertes und methodisch anspruchsvolles Thema. In Industrie und Gewerbe wurde die Methode der Ökobilanzierung entwickelt. Am Institut für Organischen Landbau - Prof. Dr. Ulrich Köpke, der Universität Bonn wird die Methode der Ökobilanzierung zur Abschätzung der Umweltwirkungen auf den Agrarbereich übertragen. Aktuell wurde eine Prozeßökobilanz von 18 Milchviehbetrieben in der viehstarken reinen Grünlandregion im nördlichen Oberallgäu erstellt. Sie gehören drei Förderprogrammen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms an, nach denen nahezu flächendeckend im Allgäu gewirtschaftet wird: Eine als Intensiv bezeichnete Wirtschaftsweise, die durch keine grundsätzlichen Einschränkungen gegenüber der Ordnungsgemäßen Landwirtschaft gekennzeichnet ist, eine Extensivierte Grünlandnutzung mit Verzicht auf mineralische Stickstoffdüngung und die Bewirtschaftung nach den Kriterien des Ökologischen Landbaus. Diese 3 x 6 Betriebe wurden hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen auf die Bereiche Ressourcennutzung, Klima, Boden, Gewässer, Human- und Ökotoxizität, Biotop- und Artenvielfalt, Landschaftsbild und Tierhaltung mittels Befragung und eigener Erhebungen analysiert. Die Förderung (bis 200 DM/ha) von Intensiv-Betrieben (etwa 43 % aller Betriebe) erfolgt ohne nachweisliche Minderung der Umweltbelastung. Durch Förderung (bis 400 DM/ha) des Verzichts auf mineralische N-Dünger im Programmteil "Extensiviert" (etwa 46 % aller Betriebe) ist eine Entlastung des Naturhaushaltes in den Bereichen Energieverbrauch, Klima und Grundwasser festzustellen. In den im Allgäu zentralen Umweltbereichen Gewässerqualität der Seen, Biotop- und Artenvielfalt sowie Landschaftsbild, die das Bayerische KULAP-Programm namentlich fördern will, werden aber kaum bis keine Fortschritte erzielt. In diesen Umweltwirkungskategorien weisen die Betriebe des Ökologischen Landbaus Vorzüge auf, welche durch das KULAP nur mit geringfügig höheren Prämien honoriert werden (450 DM/ha). Die Diskrepanz zwischen Förderhöhe und Gegenleistung ist offensichtlich. Die hohe Transparenz der Ergebnisse ermöglicht eine detaillierte Analyse der betrieblichen und systembedingten Schwachstellen und ihrer Ursachen. Darauf aufbauend werden Land-wirten, Politikern und Verbänden in allen Landbausystemen Optimierungsmöglichkeiten unterschiedlicher Priorität aufgezeigt, die zielwirksam zu einer nachhaltigen Verbesserung der landwirtschaftlichen Umweltwirkungen führen würden. WETTERICH, F.; HAAS, G., 1999: Ökobilanz Allgäuer Grünlandbetriebe - Intensiv, Extensiviert, Ökologisch. Schriftenreihe Institut für Organischen Landbau, Verlag Dr. Köster, Berlin. 94 Seiten, DM 36,-, ISBN-3-89574-365-8 |