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Der Ökobauer ist auch ein KlimaschützerHohe Energieeffizienz und geringe EmissionenVon Claudia Ehrenstein |
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Berlin - Viel Natur, wenig Chemie - bislang galten Ökobauern vor allem als weltfremde Idealisten. Doch das Konzept zeigt Erfolge. Längst erwirtschaften Ökobauern gleich hohe Gewinne wie ihre konventionell arbeitenden Kollegen. Das belegt eine europaweite Studie der Braunschweiger Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft. In Zukunft, so schätzen Experten, dürfte sich die Position des Ökolandbaus weiter verbessern. Er sei schließlich die naturverträglichste Form der Landwirtschaft, sagt Hartmut Vogtmann, der Präsident des Bonner Bundesamts für Naturschutz (BfN).Wer Produkte aus dem Ökolandbau kaufe, leiste einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, so Vogtmann. Ökobauern verzichten auf Wachstumsregulatoren und Pflanzenschutzmittel und tragen dazu bei, die pflanzliche Artenvielfalt in den Kulturlandschaften zu erhalten. "Allein in acht ökologisch wirtschaftenden Betrieben konnten wir fast ein Drittel der auf der Roten Liste geführten Ackerwildkräuter Nordrhein-Westfalens nachweisen", sagt Professor Ulrich Köpke, Direktor des Instituts für Organischen Landbau der Universität Bonn. Wild lebende Tiere fänden in den ökologisch bewirtschafteten Feldern günstigere Lebensbedingungen. Das Landschaftsbild, so Köpke, werde zudem durch die Artenvielfalt und die vielgestaltigen Fruchtfolgen gefördert. Bezogen auf die Fläche, arbeitet der Ökolandbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft mit einem rund 60 Prozent geringeren Energieeinsatz. "Der geringere Energieaufwand ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass auf mineralische Stickstoffdünger verzichtet wird", sagt Köpke. Ertragsbezogen liegt die Energieeinsparung zwischen 20 und 60 Prozent. Entsprechend höher sei die Energieeffizienz im Ökolandbau. Der niedrige Energieeinsatz hat zur Folge, dass 40 bis 60 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) emittiert werden. Auch der Ausstoß der klimarelevanten Gase Methan und Distickstoffoxid (N20) ist im Vergleich zum konventionellen Landbau geringer. Durch den minimierten Einsatz von Phosphor werde das Risiko der Gewässereuthrophierung minimiert. Köpke: "Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz bringt zudem Vorteile für den Trinkwasserschutz." Köpke und seine Mitarbeiter haben in den Vier- und Marschlanden Hamburgs und im bayerischen Allgäu jeweils konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe verglichen. In detaillierten Ökobilanzen wiesen sie dabei deutliche Vorteile für den ökologischen Landbau nach. Diese positiven Auswirkungen auf die Umwelt kommen aber nur dann zum Tragen, wenn die Verbraucher durch den Kauf der entsprechenden Produkte zu einer weiteren flächenmäßigen Ausdehnung des Ökolandbaus beitragen. Köpke: Das jetzt entwickelte Ökoprüfzeichen kann diese Entwicklung weiter fördern." (c) Die WELT online http://www.welt.de
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